Mirador del Molino: Windmühle und Blick auf den Parralillo
Windmühle am Mirador del Molino

Mirador del Molino: Windmühle und Blick auf den Parralillo

Rastplatz an der GC-210 zwischen Artenara und La Aldea de San Nicolás

Der Mirador del Molino liegt an der GC-210 zwischen Artenara und La Aldea de San Nicolás, mitten im sogenannten Valle de las Lágrimas. Namensgebend ist eine restaurierte, segellose Steinmühle direkt am Parkplatz. Von hier reicht der Blick über die Presa del Parralillo, schroffe Barrancos und bei guter Sicht bis zu Roque Nublo und Roque Bentayga.

Der Mirador del Molino gehört zu den Aussichtspunkten, die man eher zufällig entdeckt als gezielt ansteuert – er liegt mitten in einer der spektakulärsten Streckenführungen Gran Canarias, der GC-210 zwischen Artenara und La Aldea de San Nicolás. Anders als etwa der Pico de las Nieves liegt der Mirador nicht in den Gipfellagen der Insel, sondern auf mittlerer Höhe, deutlich unterhalb der umliegenden Bergdörfer Artenara und Tejeda. Wer hier hält, steht nicht auf einem Gipfel, sondern mitten im Abstieg durch eine der trockensten und zerklüftetsten Landschaften der Insel – mit Blick auf die tief eingeschnittenen Stauseen des Barranco de la Aldea.

Lage: mitten im „Valle de las Lágrimas"

Die GC-210 verlässt Artenara Richtung Westen, passiert Acusa Verde und wechselt dort spürbar den Charakter: Aus dem lichten Kiefernwald wird trockenes, schroffes Bergland, die Straße wird enger und kurvenreicher. Dieser Abschnitt trägt inoffiziell und vor allem bei Rennradfahrern den Namen „Valle de las Lágrimas" (das Tal der Tränen) – mit Steigungen von streckenweise bis zu 25 % und engen Serpentinen, die sich durch das zerklüftete Tal winden. Etwa auf halber Strecke zwischen Artenara und La Aldea de San Nicolás liegt der Mirador del Molino, unweit der Talsperre Presa del Parralillo, die an der Grenze der Gemeinden Tejeda und Artenara im Barranco Grande de Tejeda liegt – demselben Barranco, der ab hier abwärts als Barranco de la Aldea weiterfließt.

Zur exakten Höhenlage lässt sich sagen: Die Presa del Parralillo erreicht bei Vollstau eine Höhe von rund 343 m über dem Meer; der Mirador liegt an der Straße nur wenig darüber – jedenfalls deutlich unterhalb von Artenara (rund 1.219 m) und Tejeda. Die exakte Höhenangabe für den Aussichtspunkt selbst ist derzeit nicht zuverlässig belegt und sollte vor Ort per GPS geprüft werden.

Die Windmühle: Namensgeber des Miradors

Direkt am Parkplatz steht die namensgebende Mühle – ein restaurierter Steinturm ohne Flügel (aspas), der früher zur Kornverarbeitung diente. Solche Turmwindmühlen waren im bergigen Inselinneren Gran Canarias einst weit verbreitet: Der Wind trieb über ein Flügelrad und eine Antriebswelle zwei übereinanderliegende Mühlsteine an, mit denen geröstetes Getreide zu Gofio, dem traditionellen kanarischen Grundnahrungsmittel, vermahlen wurde. Die Mühle am Mirador del Molino ist heute außer Betrieb und dient in erster Linie als Landmarke und Fotomotiv; ihr genaues Baujahr und ihre ursprüngliche Nutzungsgeschichte sind nicht dokumentiert.

Aussicht: Stauseen, Roques und ein Hauch von Oman

Vom Mirador aus öffnet sich der Blick über das große hydrographische Becken im Westen der Insel, in dem mehrere Barrancos aus dem Inselinneren zusammenlaufen und die Stauseen Parralillo, Siberio und Caidero de la Niña speisen – ein Talsperrensystem, das vor allem die Landwirtschaft von La Aldea de San Nicolás mit Bewässerungswasser versorgt. Die karge, rötlich-braune Felslandschaft wird von Besuchern immer wieder mit Landschaften im Oman verglichen. Bei klarer Sicht reicht der Blick zudem bis zu den beiden markantesten Gipfelformationen der Insel: dem Roque Nublo und dem imposanten Roque Bentayga, die die Caldera de Tejeda überragen.

Die GC-210: eine der spektakulärsten Straßen der Insel

Die Fahrt selbst ist Teil des Erlebnisses – und nichts für schwache Nerven. Die schmale Straße verläuft streckenweise ohne Leitplanken entlang steiler Abhänge, mit engen Kurven und Gegenverkehr auf wenig Raum. Reisebusse und größere Fahrzeuge nutzen die Strecke nur eingeschränkt; der Mirador del Molino dient dabei häufig als Verschnaufpause, an der man die Aussicht in Ruhe genießen kann, sobald größere Reisegruppen weitergefahren sind.

Verkehrsverbindungen

Der Mirador del Molino ist praktisch nur mit dem eigenen Auto, Motorrad oder im Rahmen einer geführten Insel-/Jeeptour zu erreichen. Für Rennradfahrer ist es eine der schwersten Prüfungen. Nach aktuellem Kenntnisstand verkehrt auf diesem konkreten Abschnitt der GC-210 zwischen Artenara und La Aldea de San Nicolás keine reguläre Guagua-Linie – die Linie 220 verbindet Artenara mit Teror in die andere Richtung, die Linien 38 und 101 bedienen La Aldea de San Nicolás über die Küstenroute via Gáldar/Agaete, nicht über die Bergstrecke. Reisende ohne Mietwagen erreichen die Umgebung daher am ehesten über organisierte Ausflüge ab Las Palmas oder Maspalomas, die die Ruta de las Cumbres oder die Westroute befahren. Vor Reiseantritt empfiehlt sich eine Prüfung der aktuellen Fahrpläne auf guaguasglobal.com.

Attraktionen in der Nähe

OrtEntfernung (Luftlinie, geschätzt)Beschreibung
Artenara (Dorfzentrum)ca. 1,8 kmHöchstgelegene Gemeinde Gran Canarias mit Höhlenwohnungen und Museo Etnográfico Casas Cuevas
Presa del Parralilloca. 3,2 kmTalsperre von 1971, speist zusammen mit Siberio und Caidero de la Niña die Landwirtschaft von La Aldea
Tejedaca. 3,8 kmEines der schönsten Dörfer Spaniens, Ausgangspunkt für Roque Nublo und Roque Bentayga
Roque Bentaygaca. 4,9 kmMarkanter Felsen mit archäologischer Bedeutung für die Ureinwohner Gran Canarias
Roque Nubloca. 9,3 kmWahrzeichen Gran Canarias, von zahlreichen Miradores der Region aus sichtbar
La Aldea de San Nicolásca. 13,0 kmLandwirtschaftlich geprägte Westküstengemeinde, Endpunkt der GC-210